Donnerstag, 7. Mai 2015

4.Tag - À pied: Zu Fuß durch vom 12. Arrondissement Marché d'Aligre, Bastille, Panthéon, Jardin du Luxembourg bis zur Kathedrale Notre-Dame

Als ich aus dem Fenster schaue, sieht es nicht sehr einladend aus. Es ist trüb und regnet in Paris und ich habe mich mit einer anderen deutschen Reisenden, die ich bei der Montmatre-Tour kennengelernt habe, an der Metrostation Redru-Rollin verabredet. Unser Ziel ist der Marché couvert Beauvau (marché d'Aligre), einer der ältesten Märkte in Paris
mit einer schöner Markthalle wo es qualitativ hochwertige Lebensmittel gibt wie Fleisch, Geflügel, Fisch und Käse. Die Preise sind hierbei eher recht hoch. Auf dem Vorplatz findet man verschiedene Gemüsestände und einen kleinen Flohmarkt, umgeben von Cafés und Bars. Die Waren werden von den Händlern malerisch arrangiert und feil geboten. Auch bei leichtem Regen lohnt sich die Mühe über den Markt zu schlendern. Die Einheimischen sind freundlich und beantworten einem gern - auch zur Not mit Händen und Füßen Fragen zu ihren Produkten.

Nach unseren Besuch auf dem Markt erkunden wir die Gegend zu Fuß und gelangen über Straßen wie die Rue de Charenton zum Place de la Bastille. Die Bastille ist bzw. war "das" Symbol der Französischen Revolution. Von der Bastille ist heute allerdings nichts mehr zu sehen, denn bereits zwei Tage nach dem Sturm auf die Bastille begann der Abriss der Festung. Heute befindet sich der nach ihr benannte Place de la Bastille mit einem im Boden markiertem Verlauf der Mauern der einstigen Bastion und einer Statue in der Mitte des Platzes. Überreste der äußeren Mauer des Festungsgrabens können auf dem Bahnsteig der Métro-Station Bastille (Linie 5) besichtigt werden.

Unser Weg geht weiter zu Fuß Richtung Pont de Sully und wir halten auf der Brücke für ein paar Fotos und den Blick auf die in der Ferne sichtbare Kathedrale Notre-Dame. Wir überqueren die Brücke nicht, sondern nehmen den Fußweg an der Seine entlang bis zur Pont de la Tournelle und wechseln wir auf die andere Seite der Seine und spazieren vorbei an den kleinen Bouquinisten, welche seit ca. 300 Jahren wohl einen Teil der Buchhändler an der Seine bilden. Nehmen antiquarischer Literatur gibt es auch Kunstdrucke zu erstehen, aber leider auch zahlreichen "Touristenkram" und es verliert dadurch etwas von seinem alten Flair. In den angrenzenden Straßen gibt es noch einzelne unabhängige antiquarische Buchläden, wie u. a. "Shakespeare and Company", eine Buchhandlung für englischsprachige Bücher. Die Buchhandlung wurde zum Treffpunkt vieler Schriftsteller wie Ernest Hemingway, F. Scott Fitzgerald, James Joyce und T.S. Eliot (Quelle Wikipedia). Der Buchladen lädt zum Stöbern und zum Verweilen im Obergeschoss ein.

An der Rue de Haut Pavé verlassen wir die Straßen um die Seine in Richtung Panthéon.

Das Panthéon ist eine nationale Ruhmeshalle und die Grabstätte verschiedener berühmter Persönlichkeiten wie u. a. Marie und Pierre Curie. Das Gebäude wurde auf einem Hügel erbaut und ist somit auch von vielen Punkten in Paris gut sichtbar. Um das Panthéon herum befinden sich verschiedene Akademien bzw. Universitäten. Der Vorplatz vor dem Panthéon wird gern als beliebter Treffpunkt der Studenten der Sorbonne genutzt. Über die Rue Soufflot gelangen wir zum Jardin du Luxembourg und suchen uns einen sonnigen Platz in der Mitte des Schlossparks Zentral gelegen befindet sich ein großes Wasserbecken mit Fontänen und ein Stand für den Verleih von Miniatur-Segelbooten. Etwas mehr versteckt liegt eine grottenförmige Brunnenanlage, die Fontaine Médicis und die Fontaine du Regard an der Rückseite der Fontaine Médicis. Die Anlagen sind mit zahlreichen Kunstwerken wie u. a. Statuen versehen wie u. a. die Freiheitsstatue nach Auguste Bartholdi. Der Garten wurde einst von Maria von Medici, der aus Italien stammenden Witwe des Königs Heinrich IV.in Auftrag gegeben und zeigt ein leicht italienisches Flair. Der Park ist auch bei den Pariser Familien und Studenten der angrenzenden Universitäten sehr beliebt und bietet eine große Anzahl an Möglichkeiten zur Freizeitbeschäftigung oder sportlichen Betätigung. Für mich jedoch eher ein perfekter Ort für eine kleine Mittagspause im Sonnenschein. Dank zahlreicher Sitzmöglichkeiten und kleiner Cafe's findet man schnell einen passenden Platz.

Nach unserer Mittagspause laufen wir zurück Richtung Notre-Dame, um an einer weiteren City-Tour teilzunehmen. Mit einer weiteren Frau und unserem Guide Clemencé bilden wir an dem Tag eine kleine Gruppe Wissenshungriger. Clemencé beginnt ihre Tour an der Vorderseite der Kathedrale und berichtet Einzelheiten zur Geschichte und die Bedeutung einzelner Figuren und Symbole wie der Königsgalerie und der zwei Seiten Himmel & Hölle am Hauptportal. Hintergrundinformationen, wie dass der Architekt der Kathedrale sein Gesicht mehrfach in den Skulpturen verewigte war mir nicht bekannt und ist eines von vielen kleinen Details der Tour. Wir werden von unserem Guide an der Kathedrale entlang geleitet und gehen über kleine Nebenstraßen etwas weiter weg vom Touristentrubel hinein in das Viertel um die Kathedrale, in dem zu früheren Zeiten hauptsächlich Geistliche lebten und Frauen der Zutritt verboten war. Unsere Guide erzählt von der Liebesbeziehung des französischen Philosophen Peter Abaelard und der jungen Heloisa und wir machen Halt an dem einstigen Wohnhaus Abaelard´s. Beide finden heute ihre gemeinsame Ruhestätte ebenfalls in Peré Lachaise. Neben witzigen Details, wie warum die Kathedrale von der einen Seite dunkler (schmutziger) ist als von der anderen Seite, erzählt Clemencé uns u. a. auch wo Präsident Obama schon diniert haben solle und wo es das beste Eis und die besten Macarons geben soll. Gemeinsam laufen wir weiter zur Pont de l'Archevêché. Die Brücke leidet unter einem besonders schlimmen menschlichen Befall, den bekannten "Lovelocks". Abertausende von Schlössern Liebender sind an der Brücke über der Seine angebracht und bieten einen teils groteskes Bild. Tag von Tag werden es immer mehr Schlösser. Es hängt Schloss an Schloss übereinander, aneinander in den undenkbarsten Kreationen Für 3-4€ kann man diese bei den benachbarten Buchshops erwerben. Die Pariser sorgen sich um ihre Brücken und wie ich erfahre werden bereits Gesetze zum Verbot der Lovelocks oder die Entfernung der Schlösser in Erwägung gezogen, da durch das zusätzlich Gewicht der tausenden Schlösser die Brücke auch einzustürzen droht.

"Auf Zugängen der Brücken appellieren nun große Herzaufkleber an Verliebte: "Unsere Brücken können euren Liebesgesten nicht länger standhalten." Als Alternative gibt es "love without locks" (Englisch für: Liebe ohne Schlösser). Auf der Internetseite sollen Selbstporträts das Glück der Paare bezeugen - so dass diese nicht wie weltweit üblich ein Schloss anbringen und den Schlüssel in den Fluss werfen. Über Netzwerke wie Instagram oder Twitter können Verliebte ihr Selfie mit dem Hashtag #lovewithoutlocks platzieren - und im Zweifel auch wieder löschen. Bisher kamen rund 300 Fotos von Verliebten zusammen, zwischenzeitlich gab es auch Werbung von Schlossverkäufern. Die sind um die Brücken herum allgegenwärtig - mit happigen Preisen von bis zu zehn Euro pro Schloss.

Gefährdet sind in Paris vor allem die Brücken Pont de l'Archevêché hinter der Kathedrale Notre Dame und die Pont des Arts in Richtung des Kunstmuseums Louvre (Quelle n-tv)."

Ich weiß gar nicht so richtig was ich sagen soll und ich entschließe mich meine Liebe nicht in einem Schloss an der Brücke zu verewigen, sondern mache lediglich ein Erinnerungsfoto auf der Brücke.

Unsere Tour endet damit am Ufer der Seine.

Den Tag lasse ich am Abend bei einer Show von britisch-amerikanischen Stand-up-Comedians im Paname ausklingen. Der Eintritt ist insoweit gratis, wenn man einen Getränk im Wert von 5€ bestellt und auch die Comedians freuen sich am Ende der 1,5h Stündigen Show über eine freiwillige Gabe.

Fotos des Tages

Marche d'Aligre


Place de la Bastille





Buchhändler an den Ufern der Seine

Shakespeare and Company


Pantheon

Jardin du Luxembourg



Fontaine Medicis




Eines der Details am Hauptportal -  das Tor zur Hölle ist geschlossen, das Tor zum Himmel geöffnet...




Unterwegs mit Clemencé

Wohnhaus Abelard




Lovelocks auf der Pont de l'Archevêché



Die heutigen Ziele waren:

*Marche d'Aligre am Place d'Aligre, in 75012 Paris- geöffnet 09:00–13:00, 16:00–19:30

*Place de la Bastille in 75011 Paris

*Pont de Sully Notre Dame, 75005 Paris

*Bouquinisten und  Shakespeare and Company in der 37 Rue de la Bûcherie, 75005 Paris

*Panthéon  am Place du Panthéon in 75005 Paris

*Jardin du Luxembourg im 6e Arrondissement, 75006 Paris

*Kathedrale Notre-Dame de Paris am 6 Parvis Notre-Dame - Pl. Jean-Paul II, 75004 Paris

*Pont de l'Archevêché im 5e Arrondissement, 75005 Paris

*Le Paname Art Café http://www.panameartcafe.com